Ein langes Wochenende in Sachsen | Die schönsten Sehenswürdigkeiten inkl. Womo Stellplatz

Ein Wochenende in Sachsen. Das stand schon länger auf unserem Plan. Wir nehmen dich mit nach Leipzig, Dresden und Meissen und zeigen dir die Sehenswürdigkeiten vor Ort!


Rund fünf Stunden vom Ruhrgebiet entfernt liegt das Elbsandsteingebirge. Sowohl Andy wie auch ich waren vor langer, langer Zeit schon einmal dort. Grau waren die Städte damals, Schutt lag noch in vielen Ecken. Damals. Direkt nach der „Wende“.

Und dennoch hat alles dort schon damals Größe ausgestrahlt. Unter den heruntergekommenen Fassaden ließ sich der alte Prunk vergangener Zeiten noch erahnen.

Ehe wir unseren „DoGo“ Kastenwagen hatten, waren Städtetouren eher schwierig zu managen mit Hund. Zelt und Auto- das wäre zwar gegangen, aber schlichtweg nur mit Einschränkungen. Ein hundefreundliches Hotel- das hätte sich sicherlich auch irgendwie irgendwo finden lassen… aber unser Wunsch nach Spontanität und Flexibilität war hiermit nur schwer vereinbar.

Nun sind wir auf Tour! Freitag nach der Arbeit starten wir in unser erstes Deutschlandabenteuer mit dem DoGo. Der Plan: erst mal ab nach Dresden.

Doch schon 1,5 Stunden vor Dresden erleben wir, wie Flexibilität mit dem DoGo geht. Vollsperrung auf der Autobahn. Über eine Stunde Zeitverlust bis zur Ankunft in Dresden. Wir biegen ab. Und beschließen spontan, den Abend im schönen Leipzig zu verbringen…

Leipzig

Leipzig, du überraschst uns! Wir stellen DoGo Nahe des Stadthafens auf einem öffentlichen Parkplatz ab. Es ist 19 Uhr und Parkgebühren fallen um diese Uhrzeit nicht mehr an. Auch Akim freut sich, dass er sich mit uns etwas die Füße vertreten kann. Entlang eines kleinen Wassergrabens laufen wir Richtung Zentrum. Wunderschöne alte Häuser säumen die Straßen und leuchten in vielen bunten Farben. In der Innenstadt reiht sich eine urige Bar an die nächste. Wir genießen die warme Abendluft und das sehr angenehme Flair der Stadt.

Viele liebevoll restaurierte Altbauten säumen unseren Weg
Genug Brunnen für Akim gibt es auch

Sehenswürdigkeiten in Leipzig

Neben dem Markt und dem alten Rathaus dort, bietet Leipzig eine Vielzahl toller alter, wunderschön restaurierter Gebäude. Wer so etwas mag, der stromert zur alten Handelsbörse, der alten Messe, zum Augustusplatz, dem Bayrischen Bahnhof…. ach es gibt einfach an jeder Ecke so viel Schönes zu sehen!

Auch die Thomaskirche zählt zu Leipzigs Sehenswürdigkeiten

Kunst und Kultur lassen sich im Panometer auf einer riesigen 360 Grad Leinwand erleben. In der angrenzenden Arena- einem alten Gasometer- finden regelmäßig Open- Air-Veranstaltungen statt.

Wir genießen einen entspannten Sommerabend in der Altstadt, ehe wir uns noch einmal in den DoGo schwingen, um die letzten Kilometer zu unserem Tagesziel Dresden zu fahren.

Dresden

Nur gut eine Autostunde später erreichen wir nun- ohne Stau- die Dresdner Altstadt. Die Nacht verbringen wir sehr angenehm direkt am Elbufer auf einem öffentlichen Parkplatz unter der Carolinenbrücke. Dieser Platz ist auch gleichzeitig unser Womo Stellplatz Tipp! Nur wenige Gehminuten von der historischen Altstadt entfernt schläft es sich hier ab 20 Uhr kostenlos. Das Tagesticket schlägt mit 6 EUR für 24 Std zu Buche. Als wir morgens um acht unser Tagesticket online buchen, stellen wir fest, dass wir hier für die veranschlagten 6 EUR entspannt bis zum nächsten Tag mittags stehen können. Die kostenlosen Parkzeiten über Nacht werden berücksichtigt und verrechnet. Sehr saubere, öffentliche WCs befinden sich auf der anderen Straßenseite beim großen Busparkplatz. Zugang gibt es für einen kleinen Obolus in Höhe von 50 Cent. Gerechtfertigt, wie wir finden.

Perfekter Womo Stellplatz für einen Besuch in Dresden

Sehenswürdigkeiten in Dresden

Eigentlich ist quasi ganz Dresden eine einzige Sehenswürdigkeit.

Selten haben wir in einer anderen Deutschen Stadt bislang ein solches Flair vorgefunden und auch genossen! Wir laufen von unserem Stellplatz aus nur rund 5 Minuten bis ins Herz der Altstadt und stehen plötzlich auf dem Schlossplatz, eingesäumt vom Residenzschloss, der Katholischen Hofkirche und dem Fürstenzug. Direkt in Sichtweite außerdem: der berühmte Zwinger und die Semperoper.

Rechts die Katholische Hofkirche, links das Residenzschloss während über dem Platz Friedrich August der Gerechte wacht.
Hier liegt alles nah beieinander

Das Residenzschloss

Wahre Schätze finden sich im Inneren. So laden das Historische und das Neue Grüne Gewölbe zu einem Rundgang durch die Schatzkammer der ehemaligen Wettiner Fürsten ein. Prunkvolle Gewölberäume sorgen für Stauen und Bewunderung. Außerdem sind im Residenzschloss die Rüstungskammer und das Münzkabinett zugänglich.

Ein Bronzeguss zeigt das Residenzschloss als Miniatur
Der Freischwimmer kommt wieder auf seine Kosten

Die Semperoper

Das Opernhaus der Sächsischen Staatsoper Dresden ist nach seinem Architekten Gottfried Semper benannt und gilt als einer der schönsten europäischen Theaterbauten.

Nachdem im Zweiten Weltkrieg große Teile der heutigen Oper zerstört wurden, erfolgte im Sommer 1977 die Grundsteinlegung zum Wiederaufbau. Am 13. Februar 1985 konnte die Semperoper wiedereröffnet werden.

Der Zwinger

Der Name Zwinger ist her eigentlich ein Stück weit irreführend, denn eine Festung war das berühmte barocke Baudenkmal in der Tat nie. Vielmehr wurde er als Orangerie, Garten und Festgelände genutzt.

Auch hier richtete die Bombardierung Dresdens im Februar 1945 verheerende Schäden an. Bereits im Frühherbst 1945 jedoch konnte mit dem Wiederaufbau begonnen werden, der sich durch die 50er und 60er Jahre zog. Nach der Hochwasserkatastrophe 2002 wurden erneute Sanierungsarbeiten erforderlich. Seit 2017 wachsen nun zum ersten Mal seit den 1880 wieder Orangenbäumchen im Zwinger.

Blick in den Innenhof des Zwingers
Hunde dürfen auch mit rein
Brunnen und Wasserläufe überall

Der Fürstenzug

Dieses imposante Wandbild aus Meissener Porzellan gilt als das größte Porzellanwandbild der Welt. Bei unserem Besuch wurde es gerade restauriert und war teilweise verdeckt.

Es befindet sich auf der Außenwand des zum Residenzschloss gehörenden Stallhofes und reicht beinahe bis zur Frauenkirche. Die Luftangriffe des Zweiten Weltkrieges hat es nahezu unbeschadet überstanden. Passend zum Stallhof des Schlosses zeigt es einen Reiterzug.

Die Frauenkirche

Die Frauenkirche war für mich ein kleines persönliches Highlight bei unserem Besuch in Dresden. Bei meinem letzten Besuch hier- 1992- stand sie nämlich noch nicht, bzw. glich noch einer Ruine. Vage kann ich mich noch an den riesengroßen Steinhaufen erinnern, der sich vor den Resten einer Außenwand auftürmte. Grau, unromantisch, die Umgebung auch eher heruntergekommen.

Und nun stand sie da: prunkvoll eingerahmt in wunderschön restaurierte alte Gebäude: die wieder aufgebaute Frauenkirche!

Die Neustadt

Über die historische Augustabrücke gelangt man vom Terrassenufer der Altstadt hinüber in Dresdens Neustadt. Die Neustadt eignet sich perfekt für den Ausklang am Abend. Biergärten am Elbufer laden ein, den Tag in der Dämmerung mit Blick auf die beleuchtete Altstadt zu beschließen. Außerdem hier zu finden: der berühmte Goldene Reiter.

Der sächsische Kurfürst und polnischer König August der Starke hoch zu Ross

Er gilt als eines der berühmtesten Denkmaler Dresdens und zählt zu den bedeutendsten Skulpturen des Dresdner Barocks. Zu finden ist er am Neustädter Markt, zwischen Hauptstraße und Augustabrücke.

Die Sächsische Schweiz

Das bekannte Elbsandsteingebirge gliedert sich in einen Deutschen und in einen Tschechischen Teil. Der Tschechische Teil ist bekannt als die Böhmische Schweiz, der Deutsche Teil als die Sächsische Schweiz.

Entlang der Elbe säumt sich diese wunderschöne Felsenlandschaft.

Eine Vielzahl an Wandermöglichkeiten gibt es hier. Das wohl bekannteste Ausflugsziel ist die Felsenburg Neurathen mit ihrer imposanten Basteibrücke.

Wir suchen uns für den Abend ein schönes Plätzchen an der Elbe in Stadt Wehlen. Wer im Elbsandsteingebirge wandern möchte, findet hier den idealen Ausgangspunkt. Im Schatten eines kleinen Restaurants mit Aussichtsterrasse parken wir unser DoGo Wohnmobil mit Blick aufs Wasser. Zwar handelt es sich um keinen offiziellen WoMo Stellplatz– jedoch ist auch hier das Parken für 24 Std. erlaubt. Die Parkgebühren liegen ebenfalls bei rd. 6 EUR pro Tag.

Im Restaurant genießen wir eine typisch sächsische Soljanka mit Brot und einem kühlen Radeberger dazu. Abends beschließen wir den Tag mit einem Bad in der Elbe. Doch Vorsicht! Aufgrund der recht starken Strömung unbedingt in Ufernähe bleiben!

Hmmm lecker!
Gerade bei heißem Wetter erfrischt ein kurzer Sprung in die Elbe

Ganz früh am nächsten Tag wollen wir zur Bastei. Willi, unsere Drohe, im Gepäck, machen wir uns um 5 Uhr morgens auf.

Das mit dem Willi, das hat schon einmal nicht funktioniert. Überhall stoßen wir auf Drohnenverbotschilder. Strafe: bis zu 50 TEUR. Wir lassen ihn mal lieber in der Tasche. Als wir um halb sechs die bekannte Basteibrücke erreichen sind wir allein. Leider hängen dichte Nebelschwaden in den Wipfeln. Es hatte zuvor nachts ordentlich geregnet und gewittert.

Wer hier Einsamkeit sucht, sollte es uns jedoch gleich tun. Mit besser werdenden Lichtverhältnissen kamen auch die Menschen. Hobbyfotografen meist, die sich in froher Erwartung an den verschiedensten Plätzen positionierten. Wir entschieden uns für mystische Nebelbilder und verließen die Felsenfestung gegen 7 Uhr wieder, um 8 Uhr bereits wird man vermutlich von den ersten größeren Besucherströmen überrannt hier.

Auch im Nebel hat die Sächsische Schweiz ihren Charme
Bizarre Felsformationen überall
Schon ab 7 Uhr tummeln sich die ersten Menschen hier auf der Suche nach dem perfekten Bild
Wir belassen es bei unseren Nebelbildern und entscheiden uns weiter zu ziehen

Moritzburg

Nun ist noch etwas Zeit für einen Nachmittag in Moritzburg.

Bekannt ist Moritzburg wohl weniger als Sterbeort von Käthe Kollwitz als durch das gleichnamige Jagd- und Barockschloss.

Die Mädchen unter uns werden die wunderschöne Kulisse sofort wieder erkennen: Hier verlor Aschenbrödel einst ihren Schuh in der gleichnamigen Tschechischen Verfilmung des Grimmsche Märchens.

Der Ort an einem der Türme, wo dies geschah, ist ein beliebtes Fotomotiv. Ein Bronzeschuh ist dort auf der Treppe angebracht. Damen mit kleinen Füßen dürfen ihn gerne probieren. Viele spielen die bekannte Szene für Instagram nach.

Auf den Spuren von Aschenbrödel
Auf dieser Treppe hat einst eine schöne Frau ihren Schuh verloren

Doch auch weniger Märchenaffine Besucher kommen hier auf ihre Kosten. Rund um das Schloss erstrecken sich schöne Spazierwege bis hin zum kleinen Fasanenschlösschen und den großzügigen Teichgebieten des Ortes.

Meißen

Meißen, oder auch Meissen geschrieben, ist maßgeblich bekannt für seine traditionelle Porzellanherstellung, die bis auf das Jahr 1708 zurückreicht. Wer sein Herz für diese edlen Schätze erweichen kann, sollte sich einen Besuch in der Manufaktur auf keinen Fall entgehen lassen.

Wir selbst waren vor Jahren schon einmal dort und hatten eher den Drang, uns die wunderschön restaurierte Innenstadt anzuschauen.

Übernachten lässt es sich ganz wunderbar auf dem Womo Stellplatz unterhalb des Doms direkt an der Elbe. Teile dieser Parkfläche sich kostenpflichtig, andere sogar kostenfrei.

Öffentliche WCs gibt es nicht und er Nähe- wohl ein kleiner Wermutstropfen für alle ohne Toilette an Bord. Aber es geht schon irgendwie. Die Stadt ist ja ganz in der Nähe.

Kostenfreies Parken/ Übernachten ist hier zum Teil sogar möglich
Blick vom Dom auf die Elbe und die Parkfläche

Sehenswürdigkeiten in Meißen

Neben der oben bereits genannten Porzellanmanufaktur lohnt sich auf jeden Fall ein Besuch der wunderschönen, historischen Innenstadt. Pläne in den Straßen zeigen Routen und Sehenswürdigkeiten, so dass man auch unvorbereitet ganz wunderbar zurecht kommt und informiert wird.

Wir sind verliebt in all die kleinen Gassen, die sich hoch zum Dom winden. Überall hübsche Lokale und Cafés in gepflegten, bunt gestrichenen historischen Häusern.

Am Dom angekommen eröffnet sich uns ein toller Blick über die Dächer der Stadt. Der Imposante Dom zusammen mit der angegliederten Albrechtsburg tun ihr übriges.

Hübsche Gassen überall
Gemütliche Plätze zum Verweilen
Am Dom angekommen: ein toller Blick auf die Stadt

Wir lassen den Tag entspannt in einer Gaststätte ausklingen. Etwas nostalgisch sind wir, denn wir haben uns für ein Abendessen im „Zum Loch“ entschieden. Hier war Andy einst mit seinem Großvater essen, als dieser noch lebte. Doch auch ohne nostalgische Gefühle können wir sagen. (Achtung, Werbung unbezahlt) Essen, Bier, Stimmung und Bedienung: alles absolut empfehlenswert!

Werbung unbezahlt für eine tolle Gaststätte

Der perfekte Abschluss für ein perfektes langes Wochenende, ehe wir uns am nächsten Morgen auf den Heimweg machen.


Fragen, Anmerkungen, Ergänzungen? Dann schreib uns an hallo@vanlifelove.de