Unser MegaMobil MegaClassic 600 – Erfahrungen und Zwischenfazit

10 Monate sind wir nun stolze Besitzer unseres DoGos- einem MegaMobil Kastenwagen. Zeit für ein Zwischenfazit: Unsere MegaMobil MegaClassic Erfahrungen:  Wie zufrieden sind wir? Und würden wir unseren „DoGo“ nochmal kaufen?


Vorab: wer den Hersteller MegaMobil online sucht, der sucht aktuell oft noch vergebens. Stattdessen gelangt mal auf die Seiten der wenigen deutschen Händler, die sich Domains mit dem Namen MegaMobil gesichert haben. MegaMobil hat seinen Firmensitz in Slovenien wo die gleichnamigen Kastenwagen- Wohnmobile auch produziert werden. Hier geht es zur offiziellen Seite von MegaMobil (Werbung unbezahlt).

Wie wir schon in Katjas Interview erwähnt haben, sind wir auf die Marke MegaMobil nicht über das Internet aufmerksam geworden, sondern rein zufällig bei einem nahegelegenen Clever Händler. Er ist einer der wenigen deutschen Vertriebspartner dieser Marke. Als wir DoGo im März 2018 bestellten, gehörten wir zu den ersten, denn MegaMobil strebt erst seit Mai 2017 langsam auf den Deutschen Markt.

Was lieben wir an unserem MegaMobil MegaClassic 600?

Begeistert haben uns von Anfang an die hochwertigen Materialien und die üppige Serienausstattung mit der der MegaClassic 600 daher kommt. In das Innenraumdekor des Ausstellungsfahrzeuges haben wir uns direkt verliebt!

Zur Serienausstattung gehören unter anderem:

  • Tempomat
  • Klimaanlage
  • Komfort- Pilotensitze
  • Außendusche mit Warm- Kaltwasser
  • Remis Insektenschutz und Fahrhausverdunkelung
  • Gas- Außensteckdose
  • LED-Lichtleiste außen über der Schiebetür
  • 5x 12V und 230V Steckdosen verteilt auf Laderaum, Schlafbereich, Küche, und Sitzecke
  •  12V und 230V Außensteckdose
  • USB Steckdosen im Wohnbereich

Praktisch außerdem: MegaMobil produziert noch nicht in Massen von der Stange. So war es problemlos gegen einen kleinen Aufpreis möglich, die Dieselstandheizung unter das Bett zu bauen, statt unter die Sitzbank, wie es die Standard- Variante vorsieht.

Unser DoGo ist zudem durch eine dickere Dämmung wintertauglich. Letzten Sommer auf Korsika genossen wir durch die gute Isolierung den Vorteil, dass der Wagen sich nur langsam innen aufheizte.

Und zu guter Letzt: als einer der wenigen Hersteller in diesem Preissegment bietet Mega Mobil eine ordentliche Auswahl verschiedener Innenraumdekore und Kombinationsmöglichkeiten an.

Wir haben uns für die Kombi Driftwood mit Klappen in Magnolie Hochglanz entschieden.

Der Wermutstropfen

Ein Zwischenfazit wäre kein Zwischenfazit und ein Erfahrungsbericht kein Erfahrungsbericht, würden wir nicht auch über die Dinge sprechen, die uns nicht so gut gefallen oder die einfach blöd gelaufen sind. Doch von vorne:

Der erste Eindruck von unserem Händler war klasse! Er nahm sich Zeit, lieferte alle Informationen, die wir brauchten und ließ sich – sagen wir mal: kaum- aus der Ruhe bringen, als wir am Tag des Vertragsabschlusses noch einmal 2 Stunden lang alle Positionen haarklein mit ihm durchkauten. Schließlich kauften wir gerade einen Campervan für einen Betrag, den wir uns lange angespart hatten. Da wollten wir natürlich alles genau wissen und festhalten. Für uns stand an diesem Tag fest: unsere Norwegentour im Juli machen wir mit dem DoGo. Denn als voraussichtlichen Liefertermin sagte man uns Anfang Juli zu. Komisch schon an dieser Stelle: In einem Gespräch mit einem anderen Mitarbeiter gab dieser eine durchaus längere Lieferzeit an. Man sei im Verzug. Mehrfach bestätigte uns jedoch auch danach noch der Chef, dass die Lieferung Anfang Juli gut klappen sollte.

Dass der Liefertermin Anfang Juli plötzlich doch nicht eingehalten werden konnte- wen wundert´s?

Nun gut. Noch eine Abschiedstour mit Auto und Zelt, sagten wir uns. Und dann im Herbst in den Süden! DoGo sollte kurz nach unserer Rückkehr kommen. Nach dem Eintreffen beim Händler würden dieser dann noch 14 Tage benötigen, um die gewünschte Sonderausstattung wie Dachträger, Markise etc. anzubringen. Mitte August also sollte es definitiv soweit sein!

Aufgeregt wie wir waren, abonnierten wir direkt den Hersteller MegaMobil bei Facebook und Instagram. Nach der geplanten Übergabe durch den Händler würden uns nur noch 2 Wochen bleiben, um eine Hundebox für Akim auf Maß anfertigen zu lassen. Daher waren wir schon etwas nervös, ob wir tatsächlich rechtzeitig Ende August zu unserer ersten Tour mit DoGo würden aufbrechen können.

Nachdem wir unseren Händler tagelang nicht telefonisch erreichen konnten, schrieben wir irgendwann spontan MegaMobil über Facebook an, ob alle Lieferzeiten aktuell nach Plan verlaufen würden.

MegaMobil antwortete schnell und der Hammer war: sie kannten unser Fahrzeug und hielten uns fortan genau über alle Ausbauschritte mit Bildern auf dem Laufenden! MEGA! MegaMobil! Wir waren vollkommen aus dem Häuschen!

Und so kam es, dass wir Ende Juli ein Bild von einem Anhänger bekamen. Darauf zu sehen: Unser Dogo! „Wir liefern euren Kastenwagen heute aus!“ stand darunter. Aufregung machte sich breit!

Unser Händler hatte versichert, sich umgehen bei uns zu melden, sobald DoGo eintreffen würde, damit wir Maß für die Hundebox nehmen konnten. So könnte der Boxenbauer schon einmal loslegen, während der Händler die letzten Umbauten vornahm. Das war der Plan. Vollkommen aus dem Häuschen warteten wir auf den Anruf des Händlers. Doch der kam nicht. Weder am Auslieferungstag, noch am Tag danach, noch am darauffolgenden Tag. Komisch. Schließlich erreichten wir nach drei vergeblichen Rückrufbitten einen Mitarbeiter telefonisch, welcher uns mitteilte: „Klar, ihr Fahrzeug ist schon hier! Kommen Sie einfach rum!“ wir verabredeten uns für den nächsten Tag.

Doch was nur wenige Stunden später passierte verschlug uns die Sprache:

Der zuvor dreimal eingeforderte Rückruf erfolgte. Am Ende der Leitung: ein anderer Mitarbeiter. Offenbar wusste er nicht, dass wir bereits doch einen Kollegen von ihm erreichen konnten. „Schöne Grüße vom Chef“ bestellte er uns. Er hätte jedoch keine guten Nachrichten für uns: MegaMobil habe erneut Lieferprobleme. Unser DoGo würde vor Anfang September nicht eintreffen, so dass wir ihn voraussichtlich erst Mitte September abholen könnten.

???

Was war das?

Ein Gefühl von: „Wir werden hier gerade verschaukelt- aber ganz ordentlich!“ keimte in uns auf. Als wir sahen, dass MegaMobil unseren Dogo für Werbefotos abgelichtet hatte (das konnten wir an den Lüftungsschlitzen unterm Bett erkennen, die nur wir haben, wegen des Heizungsumbaus) beschlich uns der Verdacht, dass unser Händler uns vielleicht vertrösten wollte, um unseren Dogo Ende August mit auf die große Campingmesse nach Düsseldorf zu nehmen…? keine Ahnung, ob dem so war. Irgendwas auf jeden Fall war hier gerade faul.

Wir ließen uns zu ihm durchstellen.

Gestotter, Hehaspel. Es dauerte ein wenig, ehe sich wieder der typische, routinierte Verkäuferslang in seine Stimme mischte. „Ähhm, ja… also der ist da…. aber wir schaffen den Umbau nicht in zwei Wochen. Wir haben zu viele Krankheitsausfälle.“ Da wir für unsere Tour nicht zwingend einen Dachträger, die Markise und die Leiter brauchen würden, einigten wir uns darauf, dass er dies ja auch entspannt nach unserer Tour machen könne. Gerne auch erst im Winter, da würden wir uns vollkommen nach seinen Werkstattkapazitäten richten. Er stammelte ein „Ja, klar.“

Wir verabredeten uns für den nächsten Tag, um die nötigen Maße zu nehmen und zu besprechen, welche Dinge er kurzfristig einbauen könne – wie etwa die Rückfahrkamera.

Als wir unseren DoGo das erste Mal betraten, waren wir unfassbar aufgeregt! Doch was war das? DoGo war innen vollkommen verschmutzt. Fußspuren auf dem Boden. Lippenstiftspuren (???) an einem der Oberschränke. Klebereste überall. „Die kommen hier alle immer so an“ verteidigte sich der Mitarbeiter rasch. Wir stellten klar, dass wir schon erwarten würden, dass hier noch eine entsprechende Reinigung vor der Übergabe stattfinden würde. Geknickt bejate er.

Ein Pärchen zog mit einem Verkäufer an uns vorbei und lugte in den Innenraum. „Da können wir jetzt gerade nicht rein. Ich zeige Ihnen einen anderen“ hörten wir den Verkäufer rufen. Aha. ließ man Interessenten also noch durch unseren DoGo latschen, während er hier stand? Plötzlich erschlossen sich uns die roten Lippenstiftspuren am Schrank… Das Mißtrauen gegenüber unserem Händler wuchs.

Schon beim Ausmessen entdeckten wir schließlich die ersten Macken in den Einbaumöbeln. Auch hier versicherte uns der Mitarbeiter, werde man noch einmal Hand anlegen.  DoGo kam doch gerade nigelnagelneu ab Werk??? Irgendwie fühlte es sich an, als wären wir gerade in einem Gebrauchtfahrzeug um Maße zu nehmen…. der Schmutz, die Macken… dazu die komische Geschichte mit der Lieferung…

Natürlich war DoGo neu! Und natürlich war das das von uns bestellte Fahrzeug! Das änderte aber nichts daran, dass DoGo bei der Übergabe zwei Wochen später noch immer recht verschmutzt war. Zusätzlich zu den Macken die wir zuvor schon gesehen hatten, gesellten sich weitere Kratzer in diversen Möbeloberflächen und auch in Sichtbereichen des Außenlacks dazu. Spalten im Bodenbelag, eine hängende Leiste über der Fahrerkabine… ein falscher, viel zu großen Dachträger, eine schief montierte Markisenstange… (ach ja, eigenartiger Weise hatte man es plötzlich doch geschafft, alle Umbauten innerhalb von zwei Wochen zu erledigen)

Die Übergabe dauerte aufgrund der Mängeldokumentation schweißtreibende 3 Stunden. Was blieb war Erschöpfung, aber dennoch große Freude, endlich mit DoGo auf Tour gehen zu können!

Wo diese Mängel als entstanden sind? Wir wissen es nicht. Vermutlich haben sowohl MegaMobil wie auch der Händler sein Päckchen dazu beigetragen. Viele Lackkratzer befinden sich an den Einbaustellen von Außenanschlüssen und Außenklappen, so dass anzunehmen ist, dass sie beim Einbau im Werk entstanden sind. Später stellte sich noch heraus, dass einige Sicherungen falsch gesteckt und die Anschlüsse für Warm- und Kalt- Wasser vertauscht worden waren. Dinge die nur beim Ausbau entstanden sein können. Einige große Kratzer jedoch fanden sich auch im Bereich der Fahrertür… die könnten überall entstanden sein. Ebenso verhält es sich mit den Kratzern in den Möbeln. Da wir sehen konnten, wie Werkstattmitabreiter mit schmutzigen, grobprofiligen Schuhen durch unseren DoGo latschten, können diese sowohl beim Ausbau, wie auch erst bei unserem Händler entstanden sein. Müßig, das heraus zu finden, aber Zeit für eine Plus- und Minus-Liste:

Was wir toll finden

  • tolle Dekore für den Innenraum mit vielfältiger Auswahl
  • ebenso große Auswahl bzgl. der Polsterung der Sitze
  • Die verarbeiteten Materialien sind hochwertig, haben eine top Qualität und fühlen sich klasse an
  • schickes Innenraumdesign
  • WC hochmodern mit praktischem Schwenkbad (schnell zu reinigen, weder Waschbecken, noch WC werden beim Duschen nass)
  • flache Seitz-Rahmenfenster serienmäßg
  • weitere üppige Serienausstattung (wir liieeeeben z.B. unsere Außendusche!)
  • gute Dämmung, Fahrzeug ist wintertauglich
  • hochwertige Seitenverkleidung innen aus drei Stoffvarianten, die ebenfalls individuell anpassbar sind.
  • Viele Schränke in sinnvoller Aufteilung
  • günstiger Preis im Vergleich zu anderen Herstellern, die vergleichbar hochwertige Ausbauten anbieten

Was nicht passt für uns

  • es gibt bundesweit nur wenige Händler. Wenn der heimische Händler nicht gut ist, muss für den nächsten eine längere Anfahrt in Kauf genommen werden
  • zahlreichen Kratzer und sonstige Mängel schon bei Abholung
  • bei der Farbe Eisengrau erkennt man ungewöhnlich deutliche Farbunterschiede zwischen Fahrzeuglack und lackierter Stoßstange (man erklärte uns, dass MegaMobil den Lack für die Stoßstange nicht individuell auf das Fahrzeug abstimme, sondern alle Stoßfänger in einem Rutsch durchlackiere und dann wahllos an den Fahrzeugen moniere. Andere machen das sicherlich auch so. Kleine Abweichungen sind zudem vollkommen normal. Jedoch sieht DoGo durch den krassen Farbunterschied tatsächlich aus wie ein Unfallfahrzeug)

Unser Fazit

Würden wir beim nächsten Mal wieder ein MegaMobil kaufen?

Wir sagen ganz klar: ja! Wir lieben unseren MegaClassic DoGo und können uns noch immer nicht satt sehen an seinem Innenraum. Auch, wenn wir so langsam eintauchen in die Kastenwagen- Welt, und immer wieder uns zuvor noch unbekannte Umbau- Hersteller kennenlernen, so haben wir nach wie vor noch keinen Kastenwagen gesehen, der uns persönlich so gut gefällt wie unser DoGo! Die positiven Dinge überwiegen für uns deutlich und wir vermuten mal: irgendwas ist ja immer. – Auch bei anderen Umbau- Herstellern.

Jedoch würden wir uns das nächste Mal für einem anderen Händler entscheiden. Außerdem würden wir jetzt, mit dem o.g. Wissen bezüglich der Stoßstangenlackierung, einen serienmäßigen Kunststoff- Stoßfänger wählen und diesen im Nachgang separat in einer Werkstatt austauschen/ lackieren lassen. Denn das kostet tatsächlich nahezu das gleiche, das Ergebnis sollte jedoch aufgrund der individuellen Farbanpassung deutlich besser ausfallen.


Fragen und Ergänzungen? Dann schreib uns an: hallo@vanlifelove.de